
BYD Seal 6 DM-i Touring
Hinter glattgeschliffener Optik auf 4,84 Metern verbergen sich zahlreiche Features zum kleinen Preis. Unser Testwagen hatte keinen Aufpreisposten zu verzeichnen!
Der „kleine Preis“ ist natürlich im Verhältnis zu sehen. Um 39.490 Euro (diverse Boni ließen sich noch abziehen) steht bei BYD das Topmodell Comfort des Seal 6 DM-i Touring bereit. Heißt also: oberklassige Ausmaße, die auch innen ankommen (Kofferraum: 500 bis 1535 Liter), gepaart mit passenden Fahrleistungen (8,5 Sekunden auf 100 km/h) und Luxusfeatures ohne Ende. Beheiz- und belüftbare Sitze und das beheizbare Lenkrad sind ebenso wie die auf Wunsch rhythmusgesteuerte Ambientebeleuchtung ein guter Beginn.
95 tatsächliche E-Kilometer
18 Zoll große Alufelgen, ein Panoramadach mit Schiebedachöffnung und Sonnenrollo (wie nett!), abgedunkelte Scheiben (Privacy Glas) hinten, ein 15,6 Zoll messender Touchscreen, Sprachsteuerung, Navigation, 360-Grad-Kamera und viele weitere schöne Ausstattungen machen das Reisen oder Parken komfortabel bzw. sind feine Gimmicks für Tech-Freaks, wie die Vehicle-to-Load-Funktion. Schade, dass beim Laden der 19-kWh-Batterie schon bei 6,6 kW AC-Ladeleistung Schluss ist. Dafür kann man DC-Schnelllader besuchen: 26 kW Ladeleistung sind hier das Maximum. Bei urbaner Fahrweise lassen sich durchaus 95 reine E-Kilometer abspulen (Autobahn: ca. 50 Kilometer). Bitte beachten: Das Basismodell Boost des BYD-Kombimodells verfügt nur über eine 10,08 kWh große LFP-Batterie. Laut WLTP sind damit 50 Kilometer das Maximum im gewohnten Schnitt. Und die kleinere Batterie lädt nur mit 3,3 kW, bietet keine DC-Lademöglichkeit
Bitte mehr Emotion!
"Stell dir vor, es ist Luxus und keiner sieht hin" titeln wir beim BYD Seal 6 DM-i Touring. Was in erster Linie den unspektakulären Auftritt von der Außenansicht betrifft, setzt sich aber im Inneren fort. Das Auto hat viel, kann viel, bringt das Ganze aber etwas emotionslos rüber: Selbst der Startknopf ist grau auf grau, hebt sich überhaupt nicht ab. Lässige Materialien (Alu, Kristallglas-Look etc.), pulsierendes Licht dahinter: So machen andere Marken Lust auf mehr. Nicht einmal im Sportmodus ändert sich etwas im Display, da scheint den Chinesen tatsächlich die digitale Farbe ausgegangen zu sein. Interessant: Beim Schneemodus wird der Hintergrund eisig blau. Na bitte, eine Ahnung haben sie bei BYD ja doch!
Weiter in der Fadesse-Riege: Nur in Slow Motion erfolgt die Tempomat-Beschleunigung. Darüber hinaus sind Schritte in +/- 1 km/h nicht möglich, nur +/- 5 km/h. So ist es zielführender, mit dem Pedal zu beschleunigen und erst dann die gewünschte Geschwindigkeit festzusetzen.

Lass dich halten
Angenehm ist dafür die verlässliche Spurassistenz, von der wir uns gerne halten lassen. Auch das Fahrwerk überzeugt, gibt einem ein gutes Gefühl. Man muss es auf feuchter Straße schon sehr übertreiben, bis er schließlich dezent ins Rutschen kommt. Wenn man gar nicht auflädt, schleppt man zwar zwei Systeme mit sich, doch das PHEV-Klischee vieler Stammtische bewahrheitet sich nicht. Der BYD wird nicht zum Säufer, begnügt sich mit 6,5 Liter Verbrauch. Neben dem "gewichtet kombinierten" Vebrauch, der PHEV-Datenblatt-typisch bei 1,7 Liter liegt, gibt BYD auch den rein "kombinierten" Verbrauch an. Dieser liegt laut Papier bei 5 Liter und somit in Reichweite unseres Benzinkonsums.
Basismodell
- Leistung | Drehmoment212 PS (156 kW) | / Nm
- leergewicht1.805 kg
- Laden dc26 kW, 23 min (30-80%)
- Vmax180 km/h
- Ø-Verbrauch | Batterie5,0 Liter kWh |19 kWh
- Kofferraum | Zuladung500-1.535 Liter
- Gesamte Reichweite (max.) | Antrieb1.350 km
- Laden AC6,6 kW, ca. 2,7 h (15-100%)
- Basispreis | NoVAEUR 39.490 (exkl.) | 0 %



