
CSRD: Nachhaltigkeitsberichterstattung im Flottenmanagement
Wie können Sie sich auf fuhrparkbezogene Berichtsthemen vorbereiten?
Environmental, Social, Governance: Mit ihrer Corporate-Social-Responsibility-Strategie fördert die EU wettbewerbsfähige Nachhaltigkeit, indem sie Unternehmen und Fuhrparkbetreiber verpflichtet, Verantwortung für ihre sozialen und ökologischen Auswirkungen auf die Gesellschaft zu übernehmen und relevante Informationen über ihre Nachhaltigkeitsziele und -initiativen offenzulegen.
In welchen Geschäftsbereichen Ihr Unternehmen nachhaltiger agiert – auch beim Betrieb des eigenen Fuhrparks und bei der Mobilität seiner Mitarbeiter – und darüber freiwillig oder nach CSRD verpflichtend berichtet, kann wichtig für seinen wirtschaftlichen Erfolg werden. Denn Ihre Stakeholder treffen ihre Entscheidungen immer mehr danach, wie nachhaltig und damit zukunftsfähig Unternehmen aufgestellt sind. Wie bereiten Sie sich auf Ihre wesentlichen Berichtsthemen vor?
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Warum spielen Unternehmensflotten eine wichtige Rolle für die Nachhaltigkeitsbestrebungen der EU?
Im Sinne der Corporate-Social-Responsibility-Strategie der EU sollen Unternehmen Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen in ihre Geschäftsstrategien integrieren, um die europäische Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Da Unternehmensfahrzeuge rund 60 % der Kfz-Zulassungen in der Europäischen Union ausmachen, fordert die EU insbesondere Maßnahmen zur ökologischen Ausrichtung von Unternehmensflotten.
Kennen Sie die Auswirkungen von Straßenverkehr auf die Gesellschaft? Und wussten Sie, dass …
… der Verkehr 25 % der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU verursacht und maßgeblich zur Luftverschmutzung beiträgt?
… Pkw und leichte Transporter für rund 15 % der CO2-Emissionen verantwortlich sind?
… von den fast 290 Mio. Fahrzeugen auf europäischen Straßen nur 6 Mio. emissionsfrei sind?
… in der EU jährlich rund 500.000 Tonnen Abrieb von Autoreifen anfallen? Und dass in Deutschland der Reifenabrieb rund ein Drittel aller Mikroplastikemissionen ausmacht?
… im Jahr 2024 rund 19.800 Menschen auf den Straßen der EU ums Leben kamen und jährlich etwa 100.000 Menschen bei Verkehrsunfällen schwer verletzt werden?
… rund 92 Mio. Menschen in der EU gesundheitsschädlichem Lärm durch Straßenverkehr ausgesetzt sind? Neben dem Motorenlärm werden Abrollgeräusche mit zunehmender Geschwindigkeit immer lauter. Eine Verdoppelung der Geschwindigkeit bedeutet eine Zunahme der Lautstärke um etwa 10 Dezibel.
… die Zahl der Pendler in Deutschland weiterwächst und dass 2024 20,59 Mio. Arbeitnehmer in einer Kommune jenseits der Grenzen des eigenen Wohnorts arbeiteten?
… im Jahr 2024 insgesamt rund 107,1 Mio. Geschäftsreisen von Mitarbeitenden deutscher Unternehmen gemacht wurden?
… Experten davon ausgehen, dass in Deutschland jährlich etwa 8.000 Tonnen Bremsenabrieb freigesetzt werden, davon rund 3.000 Tonnen des besonders gesundheitsrelevanten PM 2,5?
Wie belegen Sie nachhaltige Entwicklungen in Ihrem Fuhrpark?
Haben Sie Nachhaltigkeitsziele für Ihren Fuhrpark geplant oder bereits erreicht, über die Sie berichten möchten? Dann sollten Sie Angaben – z. B. die Reduktion von CO2-Emissionen Ihrer Firmenfahrzeuge oder die gestiegene Zahl von Fahrsicherheitstrainings – mit früheren Werten Ihres Unternehmens oder denen anderer Unternehmen Ihrer Branche vergleichbar machen. Beispiele für Ausgangswerte und Zielsetzungen finden Sie in unserer Übersicht mit fuhrparkbezogenen Nachhaltigkeitsinformationen.
Corporate Social Responsibility: Welche Auswirkungen hat Ihr Fuhrpark auf die Gesellschaft und was können Sie darüber berichten?
Durch das Omnibus-Verfahren zur Entbürokratisierung der Corporate Social Reporting Directive (CSRD) sind nur noch Unternehmen
- mit mehr als 1.000 Beschäftigten und
- einem Nettoumsatz von über 450 Mio. Euro
zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den European Social Reporting Standards (ESRS) verpflichtet.
Eine freiwillige Berichterstattung nach dem VSME (Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs) kann sich dennoch lohnen, wenn Ihr Unternehmen Nachhaltigkeitsinitiativen plant oder bereits umsetzt, z. B. Kraftstoff spart oder alternative Antriebe einsetzt, um das Klima zu schützen und Ressourcen zu schonen. Dies macht Ihr Unternehmen für Kunden, Investoren und Mitarbeiter womöglich interessanter.
Worüber berichten Unternehmen in ihrem Nachhaltigkeitsbericht und was ist wichtig?
- Informativ: Im Nachhaltigkeitsbericht informiert Ihr Unternehmen über seine wesentlichen positiven und negativen, tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Dazu können auch Auswirkungen gehören, die aus seiner Unternehmensmobilität resultieren.
- Zielorientiert: Außerdem berichtet Ihr Unternehmen über seine Maßnahmen zur Verhinderung oder Minderung der negativen Auswirkungen sowie darüber, wie es selbst mit daraus entstehenden Risiken und Chancen – z. B. durch eine eigene Ladeinfrastruktur am Unternehmensstandort – umgeht.
- Messbar: Nachhaltigkeitsinformationen sind bewertbar, wenn sie mit Informationen, die Ihr Unternehmen in früheren Berichtszeiträumen bereitgestellt hat, oder mit denen anderer Unternehmen Ihrer Branche verglichen werden können. Als Vergleichsmaßstab können Ziele, Ausgangswerte, branchenspezifische Benchmarks sowie vergleichbare Informationen von anderen Unternehmen oder von einer international anerkannten Organisation dienen.
Wo können Sie fuhrparkbezogene Berichtsthemen den ESRS zuordnen?
Informationen über Auswirkungen sowie Risiken und Chancen durch Ihre Unternehmensmobilität können unter die verschiedenen EU-Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, die Umweltberichtsstandards und Sozialberichtsstandards fallen. Beispielsweise ist der Einsatz von Firmenfahrzeugen ein potenzielles Gesundheitsrisiko, wenn Mikroplastik durch Reifenabrieb in die Umwelt gelangt. Das Ausmaß an Mikroplastikemissionen durch Reifenverschleiß ist von verschiedenen Faktoren abhängig, die ein Unternehmen beeinflussen kann: Fahrweise der Fahrzeugnutzer, Fahrzeuggewicht, Reifenqualität und die saisonale Verwendung von Sommer- und Winterreifen.
Wie bereiten Sie sich auf fuhrparkbezogene Berichtsthemen vor?
Unsere Übersicht „Fuhrparkbezogene Nachhaltigkeitsinformationen“ zeigt Ihnen mögliche Auswirkungen von Unternehmensmobilität und ordnet sie den Umwelt- und Sozialberichtsstandards nach den ESRS zu.
Fazit: Machen Sie Ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung messbar und vergleichbar
- Um die europäische Wirtschaft nachhaltig zu stärken, fordert die EU eine ökologischere Ausrichtung von Unternehmensflotten, da Unternehmensfahrzeuge rund 60 % der Kfz-Zulassungen in der EU ausmachen.
- Fuhrparkbetreiber können ihren Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften leisten, indem sie wesentliche negative soziale und ökologische Auswirkungen ihres Fuhrparks – im Einklang mit dem Kerngeschäft ihres Unternehmens – minimieren und positive Beiträge ausbauen.
- Auch wenn Ihr Unternehmen nicht nach der Corporate Social Reporting Directive zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet ist, kann es mit messbaren und vergleichbaren Berichtsinformationen bei seinen Stakeholdern punkten.
Ihre fuhrparkbezogenen Nachhaltigkeitsinformationen
Sind Sie verpflichtet, über Auswirkungen Ihrer Flotte auf die Gesellschaft zu berichten? Oder möchten Sie Ihre Nachhaltigkeitsinitiativen im Fuhrpark dokumentieren? Unsere Übersicht erläutert fuhrparkbezogene Nachhaltigkeitsinformationen im Kontext der European Social Reporting Standards.
ESRS E1 – Klimawandel
- Direkte THG-Emissionen durch Firmenfahrzeuge
- Indirekte THG-Emissionen durch den Strombezug für Firmenfahrzeuge
- Indirekte THG-Emissionen durch Mitarbeitermobilität
ESRS E2 – Umweltverschmutzung
- Luftverschmutzung durch abgasbezogene Emissionen durch den Betrieb von Firmenfahrzeugen
- Luftverschmutzung durch nicht abgasbezogene Partikel aus Bremsenabrieb von Firmenfahrzeugen
- Mikroplastikemissionen durch nicht abgasbezogene Partikel aus Reifenabrieb von Firmenfahrzeugen
- Lärm durch Motor- und Reifenabrollgeräusche von Firmenfahrzeugen
ESRS E3 – Wasser- und Meeresressourcen
Wasserverbrauch durch Wagenwäsche von Firmenfahrzeugen
ESRS E5 – Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Nutzungsdauer, Wiederverwendung und Reparatur von Firmenfahrzeugen
ESRS S1 – Arbeitskräfte des Unternehmens Gesundheitsschutz und Sicherheit von Fahrern von Firmenfahrzeugen
ESRS S3 – Betroffene Gemeinschaften Vom Flottenbetrieb oder von der Unternehmensmobilität betroffene Anwohner
Quellen und weiterführende Informationen
Auswirkungen von Straßenverkehr auf die Gesellschaft
Umweltproblem Mikroplastik: Fakten zum Reifenabrieb
EU-Reifenlabel: Das müssen Sie beim Reifenkauf wissen
Zahl der Pendler zum Arbeitsort in Deutschland stark angewachsen
Feinstaub durch Bremsenabrieb: Sind die Euro-7-Grenzwerte machbar?
Nachhaltigkeitsberichterstattung
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